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EcoStep wurde zwischen 2001 und 2004 als Betriebsmanagementsystem
im Auftrag der Umweltallianz Hessen
für KMUs entwickelt und in Pilotprojekten in Unternehmen eingeführt.
Ausgangspunkt war die Überlegung, dass kleinere Unternehmen finanziell
und personell nicht in der Lage sind, mehrere unterschiedliche Managementsysteme
parallel zu betreiben und aufrecht zu halten.
Vielmehr sind diese Unternehmen dadurch gekennzeichnet, dass sie pragmatische,
lebenspraktische Problemstellungen und entsprechende Lösungsansätze
bevorzugen und damit effektiv umgehen können.
Welche Anforderungen haben Betriebe zu bewältigen?
Die täglichen an Unternehmen gestellte Anforderungen können
eigentlich in vier Kategorien zusammengefasst werden:
- Unternehmensführungs- oder Managementaspekte
- Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsfragen,
- Qualitätsprobleme im weitesten Sinn,
- Umweltauswirkungen der betrieblichen Tätigkeiten
In intensiver Arbeit und Abstimmung zwischen Fachleuten aus Umwelt- und
Arbeitsschutzverwaltung, Kammern und Verbänden sowie verschiedenen
Unternehmen wurde die Basis für EcoStep entwickelt und anschließend
im Rahmen eines Pilotprojektes gemeinsam mit einem erfahrenen Consultingbüro
von der themen- auf die prozessorientierung umgestellt. In der Praxis
wurde diese Variante mit 12 Unternehmen verschiedenster Branchen getestet.
Dies war sozusagen die Geburtsstunde
von EcoStep dem integrierten, prozessorientierten Managementsystem.
In dieser frühen Form war bereits die Integration der Bereiche (Qualität,
Arbeitsschutz, Umweltschutz) geschafft und die Umsetzung im Betrieb an
den tatsächlich ablaufenden Prozessen orientiert.
Die kostengünstige Umsetzung wurde dadurch erreicht, dass das bereits
aus anderen Ländern bekannte Einführungssystem für das
Umweltmanagementsystem EMAS, das sog. Konvoi-Verfahren übernommen
und angepasst wurde.
Was nicht erreicht werden konnte, war die Vorgabe möglichst ohne
externen Berater auszukommen. Diese Anforderung erwies sich als nicht
durchführbar, zu komplex ist die Materie als dass sie nur mit Hilfe
eines Leitfadens sozusagen im Do-it-yourself-Verfahren selbst implementiert
werden könnte.
....und so wurden dem HMULV und den beteiligten
Verbänden verschiedene Anforderungen zugetragen, die, ergänzt
durch die Erfahrungen aus dem ersten Konvoi eine ganze Liste sinnvoller
Erweiterungen und Verbesserungen ergaben.
Die wichtigsten Aspekte des neuen EcoStep-Projektes, gefördert durch
die europäische Union aus dem Life-Programm (2004-2007), waren
- EcoStep sollte in der Lage sein, auch branchenspezifische Ergänzungen
als Zusätze widerspruchsfrei zu integrieren,
- die Einführungskosten sollten durch Erfolge bei betrieblichen
Effizienzsteigerungsmaßnahmen wieder amortisiert werden,
- die Entwicklung eines Contracting-Modells, mit dem die Systemeinführungskosten
über erzielbare Einsparungen wieder amortisiert werden können,
- geeignete Kennzahlen sollten über aufzubauende Zeitreihen die
Verbesserungseffekte nachweisen,
- das betriebliche Managementinstrument EcoStep sollte nahtlos durch
ein strategisches Instrument, die Sustainable Balanced Scorecard ergänzt
werden können,
- der Nachweis war zu führen, dass eine nachfolgende Zertifizierung
nach ISO-Standards o.a. ohne größeren Zusatzaufwand möglich
ist,
- die bereits in Teilen vorhandenen Tools, Mustervorlagen und Checklisten
sollten vervollständigt und in ein handhabbares System gebracht
werden,
- das Konzept EcoStep sollte auch in anderen europäischen Mitgliedsstaaten
der EU anwendbar sein,
- EcoStep sollte sich zu einem von großen Unternehmen und Verbänden
akzeptierten und an Zulieferer empfohlenen System entwickeln und etablieren.
- Mit der Integration sämtlicher lebensmittelhygienischer Anforderungen
vom EU-Recht über HACCP bis hin zu IFS und BRC in einem Konvoi
mit Weinbaubetrieben wurde die widerspruchsfreie Integration und Funktionalität
branchenspezifischer Ergänzungen nachgewiesen,
- Für die Beurteilung der Amortisation eines Managementsystems
können erstmals belastbare Daten und Analysen vorgelegt werden,
aus denen auf Anhieb mit wenig Aufwand für jeden Betrieb die Kostensituation
dargestellt werden kann. Damit könenn andernorts oftmals pauschal
genannten Einsparvolumina eine fundierte Schätzbasis gegenübergestellt
werden, als Entscheidungshilfe für Unternehmen sicher äußerst
wertvoll,
- Ein Kennzahlen- und Benchmarksystem auf Basis einfacher Exceltabellen
wurde entwickelt und gibt erstmals ausreichend Aufschluss über
Stand und Entwicklung des Unternehmens in einigen, bisher eher dunklen
Bereichen
- Die Ergänzung eines betrieblichen Instrumentes um ein modernes
strategisches Unternehmensführungsinstrument (Balanced Scorecard)
konnte mit 5 Betrieben und der besonderen Variante Sustainable
Balanced Scorecard erfolgreich nachgewiesen werden. Hier wurde wirklich
das innerste der Betriebe erreicht,
- Erste Betriebe haben bereits ein ISO 9001-Zertifikat erworben, weitere
werden damit sowie mit ISO 14001 und bei Bedarf zusätzlichen Zertifikaten folgen.
- Für alle unternehmensrelevanten Vorgänge gibt es aktuelle
Checklisten, Mustervorlagen und Tools, die sofort oder nach geringfügiger
Anpassung bzw. Ergänzung von jedem Unternehmen genutzt werden können.
- Die grundsätzliche Anwendbarkeit in anderen Mitgliedsstaaten
konnte nachgewiesen werden, trotz unterschiedlicher Voraussetzungen,
aber durch entscheidende Systemflexibilität des Einführungskonzeptes
und der Prozessorientierung,
- Die Akzeptanz bei Verbänden und Großunternehmen wird durch
die externe Zertifizierung durch eine namhafte Gesellschaft - die DQS
- über einen Rahmenvertrag mit interessanten Konditionen für
die Teilnehmer und höchster Systemglaubwürdigkeit für
potentielle oder vorhandene Geschäftspartner erreicht.
Teilnehmende als auch zertifizierte Unternehmen
werden künftig transparent für die Öffentlichkeit in einem
internetbasierten Register geführt.
Consultants können bei Vorliegen entsprechender fachlicher Qualifikation
als EcoStep-Berater arbeiten. Alle Rahmenbedingungen
sind transparent und offengelegt.
Dies gilt auch für die Zertifizierungsgrundlagen.
Dass EcoStep ein lebendes System ist, das qualitativ
ständig verbessert wird zeigt sich daran, dass bereits in Kürze
erste Konvois möglich werden für ein Upgrade von ISO
nach EcoStep, spezielle Konvois für ISO-Zertifikatsinhaber, die das
vorhandene Qualitätsmanagement um Arbeits- und Umweltschutz ergänzen
wollen und in ein einziges System integrieren möchten.
Ecostep Die Variante Lebensmittelerzeugung
/ Weinbau
Im Rahmen des Life-Projektes wurde jetzt der Leitfaden EcoStep für
den Bereich Lebensmittelerzeugung/Weinbau in der Version 2.0 deutsch freigegeben
(enthält die IFS-Version 4). (siehe Seite Download).
Lebensmittelrechtliche, hygienespezifische und sonstige, lebensmittelrelevante
Anforderungen des Handels werden in überzeugender Weise integriert
und sind Grundlage für angestrebte Zertifikate nach IFS/BRC.
Der Leitfaden zeigt, dass EcoStep in einer Basisvariante ohne Probleme
und in kurzer Zeit um fachspezifische Anforderungen ergänzt werden
kann, ohne das System zu überfrachten.
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